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Wissenswertes

Basiswissen Blut

Woraus besteht Blut? - Unser Blut enthält wesentlich mehr Bestandteile als nur die roten Blutzellen, dessen sonderbare, scheibenartige Form jeder von uns schon mal auf irgendeiner Abbildung gesehen hat.

Schon Hippokrates beobachtete im 4.Jh. v. Chr., dass sich Blut, wenn man es im Messkolben stehen lässt, durch Senkung in drei Schichten trennt: Die unterste und schwerste Schicht macht etwa 45 % des Gesamtvolumens aus. Sie enthält die roten Blutkörperchen, die auch Erythrozyten genannt werden. Darauf folgt eine dünne Mittelschicht, die aus den weißen Blutzellen (Leukozyten) und den Blutplättchen (Thrombozyten) besteht und zu guter Letzt die klare wässrige, blassgelbe obere Schicht, das so genannte Blutplasma.

Welche Aufgaben hat mein Blut?

Das Blut erfüllt unzählige, lebenswichtige Funktionen im menschlichen Körper, wobei der Transport von Sauerstoff und anderen lebenswichtigen Stoffen die Hauptfunktion des Blutes darstellt.

Atmungsfunktion

In den Lungen nimmt das Blut durch Einatmen Sauerstoff auf und transportiert ihn zu den Zellen des Körpers; gleichzeitig wird das Abbauprodukt der Atmung - Kohlenstoffdioxid - vom Blut zu den Lungen transportiert, wo es den Körper durch Ausatmen wieder verlässt.

Transportfunktion

Durch das Herz angetrieben, transportiert das Blut wichtige Nährstoffe wie Eiweiß, Kohlenhydrate, Vitamine und Fette zu den einzelnen Zellen. Besonders wichtig ist auch der Transport von Hormonen durch das Blut. Sie dienen als Botenstoffe, durch die wichtige Informationen im Körper übermittelt werden und die z. B. eine Alarmbereitschaft auslösen können.

Spülfunktion

Zur Reinigung des Körpers werden Schad- und Abfallstoffe von den einzelnen Organen zu den verschiedenen Ausscheidungsorganen befördert.

Pufferfunktion

Durch das Blut wird das lebensnotwendige Säure-Basen-Gleichgewicht aufrecht erhalten, um eine Übersäuerung des Körpers zu verhindern. Der pH-Wert des Blutes muss zwischen 7,35 und 7,45 liegen.

Wärmetransport

Um im Körper einen Wärmeausgleich zu schaffen, transportiert das Blut die Wärme durch den Körper. Durch seine große Wärmekapazität trägt es wesentlich zur Aufrechterhaltung der Körpertemperatur im ganzen Körper bei und hält alle inneren Organe auf einer konstanten Temperatur von 37 Grad.

Abwehrfunktion

Das Blut ist für die Abwehr von Krankheitserregern zuständig. Das blutbildende System produziert Antikörper um den Körper gegen den/die Erreger immun zu machen und weiße Blutkörperchen (Leukozyten), die spezielle Aufgaben bei der Abwehr von Krankheitserregern haben.

Blutgerinnung

Bei Verletzungen vermittelt das Blut durch die Blutgerinnung den Wundverschluss und schützt damit vor dem Verbluten und dem Eindringen von Krankheitskeimen.

Was entsteht aus einer Blutspende?

In der modernen Medizin wird das Blut aus einer Blutspende nicht mehr in seinem natürlichen Zustand verabreicht, sondern zuvor in die wesentlichen Bestandteile aufgeteilt. Das gespendete Blut hilft so mehrfach und auf verschiedene Weise kranken und verletzten Menschen. Der Patient bekommt immer nur den Teil des Blutes, den er für seine Genesung auch benötigt.

Aus jeder „Vollblutspende“ entstehen zwei oder drei verschiedene Präparate aus roten Blutkörperchen (Erythrozyten), Blutplättchen (Thrombozyten) oder Plasma.

Die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) werden aus allen Blutpräparaten entfernt, da sie für eine Reihe von unerwünschten Nebenwirkungen bei der Bluttransfusion verantwortlich sind.

Erythrozytenkonzentrate 2d30d1730a22d0903ec6e10fa58b1d4bab171dbe7613305788981b76b52e8e80

Erythrozytenkonzentrate

Konzentrat aus roten Blutkörperchen, die den Sauerstofftransport im Blut übernehmen. Dieses Präparat wird z.B. bei plötzlichem Blutverlust bei einem Unfall, im Rahmen von Operationen oder bei Blutarmut (Anämie) eingesetzt.

Plasmapraeparate 5d692ca6e508663b5ad9e09d7f1c5429c52154d2825f978ea79a431049e9d4d9

Thrombozytenkonzentrate

Blutplättchen spielen eine wichtige Rolle bei der Blutgerinnung, indem sie Verletzungen in Blutgefäßen erkennen und verkleben. Bei einem erheblichen Mangel an Blutplättchen besteht eine hohe Blutungsgefahr. Dieses Präparat kommt sehr häufig bei Krebskranken, vor allem bei Leukämien während einer Chemotherapie zum Einsatz.

Thrombozytenkonzentrate fa34434b5d7f35475689203891cc279f39b6af5932b6832222b999d8bb2393e3

Plasmapräparate

enthalten Stoffe, die für die Gerinnung des Blutes wichtig sind und Abwehrstoffe gegen Infektionen. Ein Mensch braucht Blutplasma, wenn er plötzlich viel Blut verloren hat oder an starken Verbrennungen oder einer Vergiftung leidet. Ein weiteres Einsatzgebiet liegt bei Patienten mit geschwächter Immunabwehr. Mit Hilfe des Plasmas kann der Körper Infektionen abwehren. Aber auch bei Menschen mit Blutgerinnungsstörungen, also bei der sogenannten Bluterkrankheit, werden Präparate auf Basis von Blutplasma benötigt.

Blutgruppen & ihre Verteilung

Um festzustellen, dass das Blutspenden für uns alle wichtig sind, braucht man nicht viel Phantasie.

Unfälle passieren jeden Tag. Krankheiten befallen viele Menschen und können jederzeit jeden treffen. Jeder heute noch gesunde Mensch kann von einer Minute zur anderen auf die Blutspende eines Mitmenschen angewiesen sein. Experten sind der Überzeugung, dass 80% aller Bundesbürger einmal in ihrem Leben auf eine Blutkonserve angewiesen sind.

Blut lässt sich immer noch nicht künstlich herstellen. Nur gesunde Menschen können durch die Spende eines kleinen Teils ihres Blutes für Kranke und Unfallopfer die erforderliche Versorgung sicherstellen.

Wir müssen froh und dankbar sein, dass viele Menschen bereit sind, ihr Blut zur Verfügung zu stellen. Leider reicht die Zahl derer, die dies regelmäßig tun, nicht aus, denn der Bedarf wächst stetig durch eine immer älter werdende Bevölkerung und durch erfolgreiche neue Methoden der Medizin, bei denen Blut eine bedeutende Rolle spielt.

Aus Altergründen scheiden langjährige Dauerspender aus, die durchschnittlich drei bis viermal im Jahr Blut gespendet haben. Zwar kommen auch immer wieder junge Neuspender hinzu, um aber das Gesamtvolumen des gespendeten Blutes zu halten, müssen für jeden älteren ausscheidenden Dauerspender drei Neuspender gewonnen werden.

Blutgruppenverteilung

Die Blutgruppe ist die Beschreibung der individuellen Merkmale auf der Oberfläche der roten Blutkörperchen. Wir kennen heute das AB0-System mit den Blutgruppen A, B, 0 und AB. Daneben kennen wir als zweitwichtigstes Blutgruppensystem das Rhesus System. Beide Systeme wurden durch Karl Landsteiner entdeckt, 1901 das AB0-System und 1941 das Rhesus System. Die beiden häufigsten in Deutschland vorzufindenden Blutgruppen sind die Blutgruppen A mit 43% und 0 mit 41% Anteil in der Bevölkerung. Entsprechend groß ist auch der Bedarf an Blutspenden dieser Gruppen, denn unter den Patienten finden sich natürlich diese Anteile ebenso wieder.

Beim Rhesus System haben wir in Deutschland einen Anteil von 85 % mit Rhesus positivem Merkmal und 15% mit Rhesus negativem Merkmal.

Created with Raphaël 2.1.2Blutgruppe A: 43%Blutgruppe 0: 41%Blutgruppe B: 11% (BB oder B0)Blutgruppe AB: 5%

Blutgruppenvererbung

Wie vererben sich Ihre Blutgruppen?

Finden Sie es heraus:

WÄHLE DIE BLUTGRUPPEN
DER ELTERN

MUTTER

A
AAA0
B
BBB0
AB
AB
0
00
Linien eltern b237a21a9abec29209de8f8c58bd157f014fd62eddbeb7bb4aebaed027daea65

VATER

A
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B
BBB0
AB
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0
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Linien eltern b237a21a9abec29209de8f8c58bd157f014fd62eddbeb7bb4aebaed027daea65
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A
AAA0
B
BBB0
AB
AB
0
00

Die Blutgruppe

ergibt sich aus den Antigen-Merkmalen

entweder reinerbig oder mischerbig

i

Es wird jeweils nur ein Antigen-Merkmal an die nächste Generation vererbt.

Die Mendelschen Erbregeln

Jeder Mensch besitzt ein ganz bestimmtes Blutgruppenmuster. Dieses Muster bleibt das ganze Leben über gleich und wird nach festen Erbregeln, den so genannten Mendelschen Erbregeln, vererbt. Diese Erbregeln wurden nach dem Naturwissenschaftler Gregor Johann von Mendel (1822 – 1884) benannt, der im Jahre 1866 nach Beobachtungen an Erbsen Vererbungsregeln von Merkmalen, deren Ausprägung von nur einem Gen bestimmt wird, publizierte.

Vererbung der AB0-Blutgruppen

Über die Mendelschen Gesetze ist nachvollziehbar, wie die Blutgruppen des Menschen vererbt werden.

Das AB0-Blutgruppensystem beschreibt Oberflächenstrukturen auf den roten Blutkörperchen, die in einem anderen Organismus als Antigene wirken, also die Bildung von Antikörpern bewirken:
Blutgruppe A bedeutet, dass das Antigen A vorhanden ist. Menschen der Blutgruppe B besitzen das Antigen B. Bei der Blutgruppe 0 sind die Antigene A und B nicht vorhanden, Menschen der Blutgruppe AB besitzen beide Antigene A und B.

Vererbung der AB0-Blutgruppen

Über die Mendelschen Gesetze ist nachvollziehbar, wie die Blutgruppen des Menschen vererbt werden.

Das AB0-Blutgruppensystem beschreibt Oberflächenstrukturen auf den roten Blutkörperchen, die in einem anderen Organismus als Antigene wirken, also die Bildung von Antikörpern bewirken:
Blutgruppe A bedeutet, dass das Antigen A vorhanden ist. Menschen der Blutgruppe B besitzen das Antigen B. Bei der Blutgruppe 0 sind die Antigene A und B nicht vorhanden, Menschen der Blutgruppe AB besitzen beide Antigene A und B.

Wie vererben sich die unterschiedlichen Blutgruppen?

Jeder Mensch besitzt zwei Antigen-Merkmale, wobei immer nur eines an die nächste Generation weiter vererbt wird. Beim Neugeborenen setzt sich die Blutgruppe somit aus dem vererbten Merkmal der Mutter und dem vererbten Merkmal des Vaters zusammen. Die Merkmale A und B werden dabei untereinander gleichwertig, gegenüber dem Antigen 0 jedoch dominant vererbt. Durch diese Vererbungsverhältnisse ergeben sich je nach den vererbten Antigen-Merkmalen der Eltern folgende Blutgruppenkombinationen für das Kind:

Mögliche Blutgruppen der Kinder

Das Merkmal 0 wird immer durch das A- oder B-Antigen unterdrückt, also rezessiv vererbt. Das bedeutet, dass bei einer Kombination vom dominanten A- oder B-Merkmal mit dem rezessiven 0-Merkmal, immer die Blutgruppen A und B dominieren und über den Blutgruppen-Typ entscheiden. Menschen der Blutgruppe A können demnach entweder zweimal das Antigen A (AA, also reinerbig) oder die Genkombination A0 (mischerbig) besitzen, bei der die Blutgruppe 0 rezessiv vererbt und somit unterdrückt wird. Das Gleiche gilt für Menschen der Blutgruppe B. Sie besitzen entweder die Gen-Kombination BB oder B0. Menschen der Blutgruppe AB besitzen sowohl das Antigen A als auch das Antigen B, da die Antigene A und B untereinander gleichrangig vererbt werden.

Eine wichtige Rolle spielen die Blutgruppen-Erbregeln auch bei gerichtsmedizinischen Gutachten oder Vaterschaftsnachweisen, da über die Blutgruppe des Kindes die möglichen Blutgruppen der Eltern ermittelt werden können. Besitzen z.B. beide Eltern die Blutgruppe AB oder sind reinerbig A oder B, können sie keine Kinder mit einer mischerbigen (A0 oder B0) oder gar der Blutgruppe 0 haben.

Vererbung des Rhesus-Faktors (RhD)

Die Vererbung des Rhesus-Faktors läuft ebenfalls nach den Mendelschen Erbregeln ab. Beim Rhesus-System wird unterschieden zwischen dem Vorhandensein (Rhesus-positiv) und dem Fehlen des Rhesus-Merkmals D (Rhesus-negativ). Ist jemand Rhesus-positiv, bedeutet das, dass das Rhesus-Antigen D auf den roten Blutkörperchen vorhanden ist, bei Rhesus-negativen Menschen fehlt das Antigen. Man bezeichnet das dann mit dem Buchstaben „d“, obwohl eigentlich gar kein Gen vorhanden ist. In der Vererbungsforschung bezeichnet man die Gene, die die Bildung des Rhesus-Antigens bewirken als D-Gene. Ein Rhesus-positiver Mensch kann demnach die Genkombination Dd (mischerbig) oder DD (reinerbig) besitzen, während ein Rhesus-negativer Mensch nur die reinerbige „Genkombination“ dd besitzen kann. Sind beide Eltern Rhesus-negativ (dd) ist auch das Kind in jedem Fall Rhesus-negativ, da es von beiden Eltern kein D -Gen erben kann. Im Blutspenderpass ist eine erweiterte Rhesusformel, wie z.B. CcD.-ee zu finden, die weitere Feindifferenzierungen der Rhesusblutgruppe (die Antigene C,c und E,e) einbezieht. Sie können in beliebiger Kombination mit dem Rhesusmerkmal vorkommen.

Werfen Sie also mal einen Blick in Ihren Blutspenderausweis und erfahren Sie genaueres zu Ihrem Blutgruppenmuster. Vielleicht gehört gerade Ihr Blut zu der seltenen Blutgruppe AB oder Sie gehören zu den Menschen mit Rhesus-negativem Blut, das immer besonders dringend benötigt wird, besonders, wenn Sie auch noch die ABO-Blutgruppe O haben.